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DANIEL  FRANÇOIS  ESPRIT  AUBER : «FRA  DIAVOLO»  OPÉRA  COMIQUE 

Als Vorlage dienten dem Librettisten Eugène Scribe zwei Opern von Le Sueur und Méhul aus den 1790er Jahren, die ihrerseits auf dem bekannten Schelmenroman  Gil Blas von Le Sage basierten. Der äusserst produktive Stückeschreiber wusste sehr genau, wie er das bürgerliche Publikum der Pariser Salle Favart packen konnte: Sex and Crime ergaben schon damals eine erfolgversprechende Mischung. Die Liebesgeschichte zwischen dem mittellosen Carabiniere Lorenzo und der Wirtstochter Zerline, die auf Geheiss des Vaters einen reichen Nachbarn heiraten soll, kontrastiert mit dem Bild des ungebundenen Outlaw. Dem braven Lorenzo gelingt es schliesslich, den Wegelagerer Fra Diavolo, der soeben ein englisches Touristenpaar ausgeraubt hat, dingfest zu machen. Dafür gibt’s eine Belohnung, so dass einer Hochzeit der beiden nichts mehr im Wege steht. Scribe würzt die simple Handlung mit Verwechslungen, Intrigen, Missverständnissen, parodistischen Elementen und ironischen Anspielungen sowie einem Schuss Erotik in Form des  – angeblich – ersten Striptease auf der Opernbühne, was den Voyeurismus eines frivolen Publikums kitzelt und gleichzeitig entlarvend konterkariert.

Dazu schreibt D. F. E. Auber, der Komponist der bekannten Oper La muette de Portici, mit leichter Hand eine elegante, flüssige, ausgesprochen französische Musik von eingängiger Melodik, volkstümlich romantischem Kolorit, pikanter Rhythmik  und delikat-geistreicher Instrumentierung – vor allem im gekonnten Bläsersatz.

 

Mit dieser charmanten Gaunerposse nimmt die Free Opera Company die Spur der Opéra comique nochmals auf, die sie 2015 mit Boieldieus La dame blanche angelegt hatte. Jene Oper ist gewissermassen ein Vorläufer unserer aktuellen Wahl, war es dort ein Schlossgespenst, das wohligen Grusel verursachte, so ist es es jetzt ein berüchtigter Bandit – und beiden ist eine berühmte Ballade, sozusagen der Titelsong – gewidmet. Neben zwei brillanten Tenorpartie bietet Aubers Oper zahlreiche weitere subtil gezeichnete Charaktere und zündende Ensembles, mithin genau jene Qualitäten, welche dem jungen spielfreudigen Team der Free Opera Company und ihren witzigen pointierten Inszenierungen entgegenkommen.

Eugène Scribe (1791-1861)

Daniel François Esprit Auber (1782-1871)