DANIEL  FRANÇOIS  ESPRIT  AUBER  (1782 – 1871)

Zwar  ein waschechter Pariser, wurde Daniel François Esprit Auber 1782 in Caen (Normandie) geboren, wo seine Eltern  auf Verwandtenbesuch weilten. Zur Vorbereitung auf die Übernahme des väterlichen Kunsthandels wurde der Jüngling für acht Monate nach England geschickt. Doch sein Interesse galt primär der Musik – er spielte mehrere Instrumente – und weniger dem Kaufmannsstand. Der Tod des Vaters nötigte ihn, die Musik zu seinem Lebensunterhalt zu machen. Er unterzog sich am Konservatorium  Paris sorgfältigen Kompositionsstudien unter Luigi Cherubinis Leitung.

Nach einigen Einaktern, die in privaten Zirkeln aufgeführt wurden, stellte er sich mit der komischen Oper La bergère châtelaine (1820) erfolgreich dem Pariser Publikum.

In der Folge entstanden in rascher Kadenz eine Oper nach der andern, viele auf der fruchtbaren Zusammenarbeit mit dem versiertesten Librettisten seiner Zeit, Eugène Scribe basierend, 1828 entstandsein Hauptwerk La muette de Portici (Die Stumme von Portici) , welche musikgeschichtlich den Anfang der Grand Opéra markiert. Ein Aufführung 1830 in Brüssel bildete auch das Fanal für die Unabhängigkeitsbewegung Belgiens von den Niederlanden.

Als Repräsentant der modernen Pariser Kultur, schuf er ein Genre, das dem Scribeschen Lust- und Intrigenspiel und somit dem urbanen Leben und Geschmack des Geldbürgertums der Zeit zwischen den Kaiserreichen und dem Second Empire entsprach: ein eleganter, geistreicher musikalischer Konversationston, der, Jahrzehnte später, auch die Werke  Offenbachs prägen sollte,  

Auber starb hochdekoriert und geehrt 1871 in Paris, nachdem er ein Jahr zuvor von der Leitung des Konservatoriums, um das er sich namhafte Verdienste erworben hatte, zurückgetreten war. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris

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