Die Free Opera Company wurde
mit dem renommierten Preis der
C.F.-Meyer-Stiftung 2017 ausgezeichnet

Nächste Premiere: 15. Oktober 2017
im Theater Rigiblick, Zürich
«Gli equivoci» von Stephen Storace


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Der Hintergund

Ernst Theodor Amadeus Hoffmann (1776–1822), ist nicht nur der Dichter fantastischer Erzähungen und leicht gruseliger Novellen, die ihm den Übernamen «Gespenster-Hoffmann» eingetragen haben. Das Musiktheater wäre ohne seine Dichtungen um einiges ärmer: Delibes (Coppélia), Tschaikowski (Der Nussknacker), Busoni (Die Brautnacht), Hindemith (Cardillac), Braunfels und Malipiero (Prinzessin Brambilla), aber vor allem Offenbach (Les contes d’Hoffmann) haben seine literarischen Vorlagen vertont. Er selbst, Regisseur, Dramaturg, Bühnenarchitekt in einer Person, war ein grosser Verehrer von Mozart und – was weniger bekannt ist – auch selbst ein äuserst begabter Komponist.

 

Viele seiner Kompositionen sind leider verschollen oder in Archiven begraben. Neben Singspielen und Opern geniesst einzig die grosse romantische Oper «Udine» einige Bekannheit.

 

Das Libretto zum 1807 entstandenen Singspiel «Liebe und Eifersucht» hat der vielseitig Begabte jedoch nicht selbst verfasst. Er stützt sich dabei auf das Lustspiel «La banda y la flor» des spanischen Dichters Pedro Calderón de la Barca in der deutschen Nachdichtung des bekannten Shakespeare-Übersetzers August Wilhelm von Schlegel. Trotz Hoffmanns Bemühungen wurde das Werk nie aufgeführt. Die Produktion der Free Opera Company ist nach einer Aufführung 2008 in Ludwigsburg/München erst die zweite Realisation weltweit!

Das Stück: EIN SPIEL UM LIEBE, LÜGE, LIST UND LUST

Otto personaggi in cerca d’amore – acht Personen suchen die Liebe. So könnte man den Inhalt des Singspiels kurz zusammen fassen. Junge Leute erproben auf mitunter flapsige, mitunter naive, mitunter sentimentale oder unbedarfte Weise, wie viel die Liebe erträgt und wie weit man die Eifersucht treiben kann. Es bleibe dahin gestellt, wie sehr die echten Gefühle dabei auf der Strecke bleiben. Aber immerhin sind die Probanden noch jung genug, dass man annehmen und hoffen darf, dass ihnen das Leben weitere Chancen zum Thema Liebe und Freundschaft  gewähren wird …

 

Hoffmanns Musik – vorab in den wunderbaren Ensembles und Bläsersätzen –  erinnert stellenweise an das grosse Vorbild Mozart, aber auch an die Zeitgenossen Beethoven und Weber. Kurz: eine attraktive Trouvaille, wie sie die Free Opera Company immer wieder mit Erfolg zur Aufführung bringt, zumal sich das Werk für die schlanke Inszenierung und ebensolche Besetzung einer kleinen Opernkompanie bestens eignet. Drei Soprane, ein Mezzosopran, zwei Tenöre und zwei Bass-Baritone – und schon kann das freche Spiel um Trug,  Lug, Frust und Lust beginnen.

Bruno Rauch