Die Free Opera Company wurde
mit dem renommierten Preis der
C.F.-Meyer-Stiftung 2017 ausgezeichnet

Nächste Premiere: 15. Oktober 2017
im Theater Rigiblick, Zürich
«Gli equivoci» von Stephen Storace


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IL CONVITATO DI PIETRA

ossia

DON GIOVANNI

Farsa musicale von Giovanni Pacini (1796–1867)

 

Der Komponist, Sohn des seinerzeit berühmten Bassbuffos Luigi Pacini, kam zwar in Catania zur Welt, ist aber Toskaner. Er studierte in Bologna und komponierte seine erste Oper 1813, im Jahr, da Rossinis «Tancredi» und «L’iitaliana in Algeri» uraufgeführt wurden. Dieser Erstlingserfolg öffnete ihm die wichtigen Bühnen Italiens. Zeit seines Lebens schrieb Pacini gut achtzig Bühnenwerke und zahreiche Sakralmusiken. In Lucca bekleidete er das Amt eines Hofkapellmeisters und in Viareggio gründete er ein äusserst erfolgreiches Liceo musicale. Er war ein ausserordentlich fruchtbarer und mit grosser Leichtigkeit arbeitender Komponist. Auch wenn er kein Neuerer wie Verdi war, so überraschen seine Opern, zum Beispiel in den zahlreichen Ensembles,  doch durch kompositorische Dichte. Hervorzuheben sind sodann sein ausgeprägtes rhythmisches Geschick sowie seine beachtliche melodische Erfindungsgabe, die ihm den Beinamen «maestro delle cabalette» eintrugen. Dass sein Name heute von den Opernbühnen verschwunden ist, hängt nicht zuletzt mit dem alle überstrahlenden Genie Verdis zusammen.

 

Die Free Opera Company ist stolz, dass sie auf Umwegen über Deutschland, Italien und Neuseeland an das Aufführungsmaterial gelangen konnte, und freut sich, mit «Il convitato di pietra» (Der steinerne Gast) erneut eine Rarität auf die Bühne zu bringen. Das Werk entstand 1832, und zwar für eine private Aufführung in Pacinis musikalischer Familie. Erzählt wird die altbekannte Fabel  des Renaissance-Playboys, Don Juan Tenorio, dem Tirso de Molina um 1620 erstmals Bühnenpräsenz verlieh und damit einen Archetypus schuf, der das abendländisches Geistesleben immer wieder neu inspiriert hat. Pacinis Oper oder farsa, wie er sie nennt, lehnt sich eng an das Libretto an, das Lorenzo Da Ponte für Mozarts «Don Giovanni» schrieb.

 

Die Free Opera Company verlegt die alte und immer neue Geschichte des erotischen Verführers in einen noblen Winterkurort. Hannes, oder Giovanni wie er sich jetzt nennt, ist Skilehrer – gewissermassen ein «Gigi vo Arosa», der die Skihäschen der Reihe nach vernascht. Dabei kommen ihm sein gutes Aussehen, sein Charme und … seine verspiegelte Sonnenbrille als Flirtinstrument und Tarnung sehr zu statten. Nach dem fulminanten Auftritt mit Donna Anna stellt er deren Vater im wahrsten Sinn des Wortes kalt. Sein nächstes Opfer heisst Zerlina, eine junge Frau, die sich mit ihrem soeben angetrauten Masetto  einen Skiurlaub in einem noblen Hotel leistet.

 

Immer wieder muss sich Giovanni von seinem Kumpel Ficcanaso Vorwürfe über seinen lockeren Lebenswandel anhören, die er aber frivol in den Wind schlägt. Ja, er zwingt ihn sogar mit schnödem Zynismus, die Kleider des verblichenen Komturs, Annas Vater, die noch immer am Skiständer hängen, zum Nachtmahl einzuladen – passend zu Jahreszeit und Ort: ein Fondue. Doch nun holt ihn sein frevles Tun ein: der Komtur nimmt die Einladung tatsächlich an und erscheint als eisiger Gast. In einem eindrücklichen Schneesturm holt er den Missetäter in eine schauerliche Hölle, wo Kälte und Zähneklappern herrschen: Questo è il fin di chi fa mal…

 Bruno Rauch

 

 

Max Slevogt: Francesco d’Andrade als Don Giovanni (1902)

 

 

OssiaWikipedia: Ossia is a musical term for an alternative passage which may be played instead of the original passage. The word comes from the Italian for "alternatively" and was originally spelled o sia, meaning "or be it". Ossia passages are very common in opera and solo piano works. They are usually an easier version of the preferred form of passage, but in Mily Balakirev's Islamey, for instance, the urtext has ossia passages of both types. Bel canto vocal music also frequently uses ossia, also called, passages to illustrate a more embellished version of the vocal line. On the other hand, an ossia marking does not always indicate a change in difficulty; the piano solo music of Franz Liszt is typically full of alternative passages, often no easier or more difficult than the rest of the piece. This reflects Liszt's desire to leave his options open during a performance. Many of his ossia passages are cadenzas.